Die Hull City sucht auf der Suche nach Konstanz in der Championship die Coventry Building Society Arena auf. Die Tigers wollen die Erinnerungen an die miserable Bilanz gegen die Sky Blues endgültig verdrängen. Liam Roseniors Mannschaft hat in dieser Saison ermutigende Fortschritte gemacht, doch die Auswärtsform im MKM Stadium bleibt ein Sorgenkind. Dieses Spiel ist ein ernsthafter Test für die Ambitionen auf einen Platz unter den ersten sechs – gegen eine Coventry-Mannschaft, die es den Schwarz-Gelben traditionell schwer macht.

Ricoh Arena: Ein gutes Pflaster für die Sky Blues, ein Albtraum für Hull

Wenn es ein Stadion in der Championship gibt, das die Fans von Hull City mehr fürchten als jedes andere, dann ist es dieses. Die Tigers haben in Coventry seit einem 2:0-Sieg im FA Cup im Januar 2016 nicht mehr gewonnen, und ihre Ligabilanz in der Ricoh Arena ist geradezu desaströs. Tatsächlich muss man bis November 2007 zurückgehen, um den letzten Ligasieg von Hull auf Coventry-Boden zu finden – ein 1:0-Erfolg durch ein Tor von Dean Windass. Seitdem ist es eine Geschichte des Frusts: Die Sky Blues holten in den letzten drei Ligaspielen im Mittelland jeweils die vollen drei Punkte, darunter ein 2:1-Sieg in der Vorsaison, der Hulls letzte schwache Play-off-Hoffnungen nahezu beendete. Die Gespenster dieser Niederlagen werden noch nachhallen, doch Rosenior ist entschlossen, ein neues Kapitel aufzuschlagen.

Personallage und taktischer Schlagabtausch

Rosenior hat ein paar Personalsorgen. Der einflussreiche Jean Michaël Seri ist wegen einer Wadenverletzung, die ihn im Heimspiel gegen West Brom außer Gefecht setzte, weiterhin fraglich. Sein Fehlen würde im Mittelfeld schmerzlich zu spüren sein. Der Ivorer ist entscheidend für das Tempo und die Passverteilung im Aufbauspiel von Hull. Falls er ausfällt, lastet die Verantwortung auf dem quirligen Tyler Morton, unterstützt vom zweikampfstarken Reggie Slater. In der Abwehr drängt der genesene Alfie Jones auf einen Startplatz, nachdem er seine Oberschenkelverletzung auskuriert hat. Rosenior könnte jedoch an der etablierten Innenverteidigung mit dem starken Sean McLoughlin und Jacob Greaves festhalten. Im Angriff ist der formstarke Jaden Philogene die größte Gefahr – sein direktes Dribbling und sein Torriecher bereiten jeder Abwehr Probleme. Die Tigers werden versuchen, die Räume hinter Coventrys hoher Abwehrlinie zu nutzen, wobei das Tempo von Philogene und die intelligenten Läufe von Liam Delap entscheidend sein dürften.

Coventrys Form und die größten Bedrohungen

Coventry ist unter der klugen Führung von Mark Robins zu Hause eine andere Hausnummer. In der Coventry Building Society Arena verloren sie in dieser Saison erst einmal und besitzen mit dem torgefährlichen Viktor Gyökeres echte Durchschlagskraft. Der schwedische Nationalspieler, der mit zahlreichen Premier-League-Klubs in Verbindung gebracht wird, ist mit seiner Physis, seinem Tempo und seinem kalten Abschluss eine ständige Bedrohung. Hulls Abwehr muss in Bestform sein, um ihn zu bändigen, und das Mittelfeld ist entscheidend, um die Zulieferung zu unterbinden. Zudem verfügen die Sky Blues über kreative Qualität in Person von Callum O'Hare, dessen Energie und Trickreichtum selbst die hartnäckigsten Abwehrreihen knacken können. Rosenior ist sich bewusst, dass seine Mannschaft nicht passiv agieren darf – sie muss mit Intensität pressen und ihr eigenes Spiel durchsetzen.

Historie und Kontext

Diese Begegnung hat eine reiche Geschichte, auch wenn Hulls jüngste Besuche größtenteils vergessen werden wollen. Seit den 1970ern sind sich die Klubs nicht mehr in der höchsten Spielklasse begegnet, doch ihre Duelle in der zweiten Liga waren oft eng und umkämpft. Für die Tigers ist dies die Gelegenheit zu zeigen, dass sie aus ihren Auswärtsschwächen gelernt haben. Sie haben bereits Ansätze einer Besserung gezeigt – mit einem hart erkämpften Unentschieden in Bristol City und einem beachtlichen Punkt in Stoke City – doch der erste Auswärtssieg seit dem ersten Spieltag steht noch aus. Ein Erfolg hier würde nicht nur die lange Durststrecke in der Ricoh Arena beenden, sondern auch ein Statement an die Liga senden: Hull City ist unter der Führung von Acun Ilıcalı, dessen ehrgeiziges Projekt weiter Fahrt aufnimmt, ein ernsthafter Anwärter auf einen der ersten sechs Plätze.

Prognose und Ausblick

Dies ist eine schwer zu tippende Partie. Coventrys Heimstärke und Hulls Auswärtsschwäche sprechen für die Gastgeber, doch die Tigers haben in dieser Saison Resilienz und taktische Flexibilität gezeigt, die auf eine Überraschung hoffen lassen. Ein Unentschieden wäre ein ordentliches Ergebnis, doch Rosenior wird auf drei Punkte aus sein, um mit der Spitzengruppe Schritt zu halten. Mit einer günstigen Restprogramm – inklusive Heimspielen gegen Rotherham und Huddersfield – könnte ein positives Ergebnis hier der Auftakt für eine nachhaltige Aufholjagd in der Tabelle sein. Letztlich ist dies die Art von Prüfung, die die Play-off-Anwärter von den Mitläufern trennt – und Hull City muss beweisen, dass es den Charakter und die Qualität besitzt, sie zu bestehen. Erwartet wird ein enges, umkämpftes Spiel, doch die Gäste haben die Mittel, ihren Fluch in der Ricoh Arena zu beenden und mit einem wertvollen Sieg nach East Yorkshire zurückzukehren.

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