Burnleys Interimstrainer Mike Jackson hat eine wütende Tirade gegen die Entscheidungen des Schiedsrichters gestartet, nachdem er gesehen hatte, wie Kai Havertz in Arsenals hart erkämpftem 1:0-Sieg im Emirates Stadium einer roten Karte in der zweiten Halbzeit entging. Jackson besteht darauf, dass der deutsche Nationalspieler hätte vom Platz gestellt werden müssen – eine Entscheidung, die seiner Meinung nach seinem abstiegsbedrohten Team letztlich einen verdienten Punkt vorenthalten hat.
Der Vorfall, der die Wut entfachte
Bei einem Stand von 0:0 kurz nach der 60. Minute erwischte Havertz Hjalmar Ekdal mit einem hohen, späten Foul, das den schwedischen Innenverteidiger vor Schmerzen am Boden liegen ließ. Schiedsrichter Andrew Madley konsultierte den VAR, hielt das Tackle jedoch nur einer gelben Karte für würdig – eine Entscheidung, die die Bank von Burnley erzürnte. „Ich habe es mir mehrfach angesehen. Es ist mit der Sohle voraus, über dem Knöchel und rücksichtslos. Im heutigen Fußball ist das glatt Rot“, sagte Jackson in seiner Pressekonferenz nach dem Spiel.
Eine spielentscheidende Entscheidung
Arsenal brach in der 74. Minute durch einen Kopfball von Gabriel Jesus den Bann, sodass Burnley trotz einer couragierten Defensivleistung mit leeren Händen dastand. Jackson argumentierte, dass ein Spiel gegen zehn Männer die Dynamik der Partie grundlegend verändert hätte. „Wir haben sie hervorragend in Schach gehalten. Wir waren kompakt, diszipliniert und haben sie zu Halbchancen gezwungen. Mit einem Mann mehr für 25 Minuten hätten wir auf ein Tor drängen können. Es ist eine Tragödie, dass wir diese Chance nicht bekommen haben.“
Havertz‘ Form unter der Lupe
Während Jacksons Frustration verständlich ist, war Havertz eine Schlüsselfigur für Mikel Artetas titelkämpfende Mannschaft und steuerte in seinen letzten sieben Premier-League-Einsätzen fünf Tore und drei Vorlagen bei. Der 25-Jährige wurde oft für seine Inkonsistenz kritisiert, aber seine jüngsten Leistungen haben viele Zweifler zum Schweigen gebracht. Diese jüngste Kontroverse heizt jedoch die Debatte über seine Disziplinarakte an – Havertz wurde nun acht Mal in dieser Saison verwarnt und hat eine Vorgeschichte von rücksichtslosen Fouls.
Burnleys Überlebenshoffnungen
Für Burnley bedeutet die Niederlage, dass sie bei nur noch fünf verbleibenden Spielen drei Punkte vom rettenden Ufer entfernt sind. Jackson, der nach dem Abgang von Vincent Kompany übernommen hat, hat einen Kampfgeist verankert, aber es fehlt an Qualität, um Unentschieden in Siege umzuwandeln. „Wir haben kein Glück mit den Entscheidungen. Wir brauchen, dass die Dinge für uns laufen, aber heute taten sie das nicht. Wir werden bis zum Ende kämpfen“, fügte er hinzu.
Arsenals Titelkampf geht weiter
Arsenal hingegen sprang wieder an die Tabellenspitze vor Liverpool und hält den Druck auf Manchester City in einem spannenden Dreikampf um die Meisterschaft aufrecht. Arteta spielte die Kontroverse herunter und sagte der BBC: „Ich habe es mir nicht genau angesehen. Der Schiedsrichter hat eine Entscheidung getroffen, und wir machen weiter. Wir mussten geduldig sein, und die Jungs haben großen Charakter gezeigt, um den Siegtreffer zu erzielen.“
Was die Experten sagen
Der ehemalige Premier-League-Schiedsrichter Dermot Gallagher analysierte den Vorfall bei Sky Sports: „Havertz‘ Fuß ist hoch, aber es ist keine übermäßige Härte. In Echtzeit sieht es schlimmer aus, als es ist. Gelb ist für mich die richtige Entscheidung.“ Diese Meinung wird Jackson kaum trösten, der wahrscheinlich mit einer Geldstrafe rechnen muss, wenn er seine offene Kritik an den Schiedsrichtern fortsetzt.
Während die Saison ihrem Höhepunkt entgegengeht, könnte dieser Aufreger erhebliche Auswirkungen auf beide Vereine haben. Für Arsenal sind es drei weitere Punkte auf dem Weg zum Ruhm; für Burnley ein weiteres „Was-wäre-wenn“-Moment in einer Saison, die von knappen Margen geprägt ist.