Manchester United steht nach neun Spielen auf Platz 17 und ist seit neun Pflichtspielen ohne Sieg – so tief wie seit Jahrzehnten nicht mehr
Manchester United steht nach einer 2:0-Niederlage bei Chelsea mit sieben Punkten aus neun Premier-League-Spielen auf Rang 17 und ist seit neun Pflichtspielen ohne Sieg. Es ist die schlechteste Serie seit 1988/89 – und sie wirft die Frage auf, ob der Rekordmeister wirklich in den Abstiegskampf gerät.
- Tabellenplatz: 17. nach neun Premier-League-Spielen, sieben Punkte
- Aktuelle Serie: Neun Pflichtspiele ohne Sieg, die schlechteste seit 1988/89
- Einziger PL-Sieg: Ein Comeback-Erfolg gegen Ipswich im August zu Hause
- Nächstes Spiel: Aston Villa am 8. November im Old Trafford
- Sperre: Lisandro Martinez fehlt gegen Villa nach seiner Roten Karte bei Chelsea
- Es geht um: Uniteds erste echte Abstiegssorge seit den 1980er-Jahren – bei über 700 Millionen Pfund Umsatz und 1,15 Milliarden Pfund Schulden im Hintergrund
Was gesagt wurde
„Wir müssen einfach weitermachen und Spiele gewinnen, so einfach ist das.“
„Man kann es so sehen – oder man schaut darauf, wie schnell man in der Tabelle nach oben klettern kann, wenn man Fußballspiele gewinnt.“
„So muss man das angehen.“
Carrick will die Untergangsstimmung nicht mitmachen, und an seiner Sicht ist etwas dran. Ein Sieg kann eine Mannschaft im dicht gedrängten unteren Tabellendrittel mehrere Plätze nach oben hieven, und Uniteds sieben Punkte sind noch keine endgültige Katastrophe. Doch der Ton ist bezeichnend: keine Rede von den Top vier, keine Rede davon, die Spitze einzuholen – nur davon, Fußballspiele zu gewinnen.
Der Trainer kennt diese Lage aus seiner Zeit als Spieler. Er gehörte zum West Ham-Kader, der 2002/03 abstieg, einem Team, das mit 42 Punkten Drittletzter wurde – bis heute die höchste Punktzahl, mit der eine Mannschaft in einer 38-Spiele-Saison der Premier League abgestiegen ist. Diese Erfahrung gibt seinen Worten Gewicht statt bloßer Rhetorik.
Die Zahlen
- United hat sieben Punkte aus neun Spielen. Auf eine ganze Saison hochgerechnet, käme man damit nicht einmal auf 30 Zähler.
- West Hams 42 Punkte aus 2002/03 sind der höchste Wert, mit dem je ein Team in einer 38-Spiele-Spielzeit der Premier League abgestiegen ist.
- United stand nach neun oder mehr Spielen nicht mehr auf einem Abstiegsplatz – seit November 1986, als man aus Sir Alex Fergusons ersten beiden Partien nach der Entlassung von Ron Atkinson nur einen Punkt holte.
- Die schlechteste Platzierung nach mindestens neun Spielen war seither Rang 17 in der Saison 1989/90 – genau dort steht der Klub auch jetzt.
- In der Saison 2024/25 lag man unter Ruben Amorim nach 37 Spielen auf Platz 16, hatte aber 14 Punkte Vorsprung auf den drittletzten Leicester und war nie in Gefahr.
- Uniteds Umsatz in der laufenden Spielzeit dürfte 700 Millionen Pfund übersteigen.
- Der Klub trägt 1,15 Milliarden Pfund Schulden – bestehend aus im Juni zu höherem Zinssatz neu verhandelten Anleihen, einer revolvierenden Kreditfazilität und offenen Ablösezahlungen.
- Der Fußballfinanz-Blogger Paul Quinn, bekannt als The Esk, schätzte den absoluten Umsatzverlust von Tottenham im Abstiegsfall auf 197 bis 235 Millionen Pfund.
Der historische Vergleich ist brutal. Uniteds sieben Punkte sind die Art von Ausbeute, die über 38 Spiele zu einer Abstiegsbilanz wird – und der aktuelle 17. Platz ist eher den Ergebnissen der Konkurrenz am Samstag geschuldet als eigener Leistung auf dem Platz.
Verletzungen und Verfügbarkeit
Lisandro Martinez fehlt am 8. November gegen Aston Villa nach seiner Roten Karte bei Chelsea, die der frühere WM-Final-Schiedsrichter Darren Cann bei BBC Sport als „unbegreiflich“ bezeichnete. Martinez' langfristige Zukunft im Klub ist ungewiss, doch frühestens im Januar könnte er gehen. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, und seine unbeständige Verletzungshistorie hatte schon Fragen aufgeworfen, ob United die Klausel ziehen sollte, die ihn an eine weitere Saison bindet.
Auch der breitere Kader ist ein Problem. Der Artikel macht deutlich, dass viele Spieler ihr Leistungsniveau steigern müssen, und zu Carricks Zukunft gibt es noch keine Aussage – vor der Samstagsniederlage ging man jedoch davon aus, dass er am Dienstag im Champions-League-Duell mit Rom an der Seitenlinie stehen würde.
Das finanzielle Bild hinter der Angst
Es ist früh, nach neun Spielen die tatsächlichen Folgen eines Abstiegs auszuloten, doch die Zahlen geben zu denken. United gehört zu den größten Empfängern von TV-Einnahmen der Liga, und die Parachute Payments für abgestiegene Klubs würden bei Weitem nicht decken, was man verlieren würde. Als eine der größten kommerziellen Marken des Wettbewerbs müsste der Klub zudem Ungewissheit darüber verkraften, wie viel seiner Werbeeinnahmen durch Abstiegsklauseln geschützt ist.
United steht außerdem kurz vor einer Fan-Befragung, bevor die Pläne für ein neues Stadion finalisiert werden, die Ende 2027 oder Anfang 2028 eingereicht werden sollen. Die Anhänger skandierten beim Chelsea-Spiel erneut ihren Widerstand gegen ein neues Stadion an der Stamford Bridge – ein Reminder, dass die Unzufriedenheit tiefer reicht als nur die Ergebnisse.
Warum Uniteds Spielplan die nächsten sechs Wochen entscheidend macht
Das unmittelbare Programm ist gnadenlos. Aston Villa am 8. November im Old Trafford ist das Spiel, das United gewinnen muss, und die folgenden sieben Partien beinhalten Reisen zu Liverpool, Newcastle und Arsenal. Das sind drei Auswärtsspiele gegen Teams mit echten Ambitionen – genau die Art von Serie, die einen schlechten Start in eine echte Krise verwandeln kann.
Carricks Problem ist, dass United nicht nur knapp gegen die Elite verliert. Der einzige Premier-League-Sieg der Saison war ein Comeback gegen Ipswich im August zu Hause, seither gab es Remis und Niederlagen. Um sich abzusetzen, braucht United Tore von einer Angriffsreihe, die bislang nicht geliefert hat, und ohne den gesperrten Argentinier muss der Ersatz für Lisandro Martinez in der Innenverteidigung gegen Villa zusammenhalten.
Das realistische Ziel ist nicht der Klassenerhalt im April – es ist, am Ende dieser Serie nicht mehr unter den letzten fünf zu stehen. Holt United sechs oder sieben Punkte aus dem Heimspiel gegen Villa plus den Reisen nach Liverpool, Newcastle und Arsenal, kippt die Stimmung schnell. Holt es nur einen oder zwei, hört „Abstieg“ auf, eine Frage zu sein, und wird zum Plan.
Diskussionspunkte
- Uniteds sieben Punkte sind die Art von Ausbeute, die eine Saison unter 30 Zählern produziert. Macht das die Abstiegszone zur echten Gefahr, oder ist der Kader einfach zu gut, um abzusteigen?
- Carricks West Ham stieg 2002/03 mit 42 Punkten ab. Ist seine ruhige Botschaft beruhigende Erfahrung – oder ein Omen, vor dem United sich fürchten sollte?
- Lisandro Martinez' Rote Karte bei Chelsea wurde als „unbegreiflich“ beschrieben. Sollte United bei auslaufendem Vertrag im Januar die Reißleine ziehen?
- Mit Reisen nach Liverpool, Newcastle und Arsenal in den nächsten sieben Spielen: Ist das Villa-Spiel am 8. November schon ein Pflichtsieg?
Wie es weitergeht
United empfängt Aston Villa am 8. November im Old Trafford, ohne den gesperrten Lisandro Martinez, bevor eine Serie mit Auswärtsspielen in Liverpool, Newcastle und Arsenal folgt. Carrick sollte am Dienstag im Champions-League-Duell mit Rom noch im Amt sein. Danach gibt es keine Aussage zu seiner Zukunft, doch der Spielplan wird sie entscheiden.
Häufige Fragen
Ist Manchester United in dieser Saison wirklich abstiegsgefährdet?
United steht mit sieben Punkten aus neun Spielen auf Platz 17 und ist seit neun Pflichtspielen ohne Sieg. Der Artikel hält einen Abstieg für einen Klub, der über 700 Millionen Pfund Umsatz erwirtschaften sollte, für unwahrscheinlich, räumt aber ein, dass er passieren kann – und verweist auf Tottenhams jüngsten Kampf ums Überleben da unten.
Warum ist Lisandro Martinez gegen Aston Villa gesperrt?
Martinez sah bei der 0:2-Niederlage bei Chelsea Rot, eine Karte, die der frühere WM-Final-Schiedsrichter Darren Cann bei BBC Sport „unbegreiflich“ nannte. Er fehlt am 8. November im Old Trafford gegen Villa.
Wann spielt Manchester United nach Chelsea wieder?
United trifft am 8. November in der Premier League im Old Trafford auf Aston Villa, nach der 0:2-Niederlage bei Chelsea am Samstag. Die folgenden sieben Spiele beinhalten Reisen nach Liverpool, Newcastle und Arsenal.
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