Glasners emotionaler Abschied: „Ich kam als Fremder, gehe als Südlondoner“
Oliver Glasner hat sich am Sonntag emotional von Selhurst Park verabschiedet. Sein letztes Heimspiel als Crystal-Palace-Trainer endete mit einer 1:2-Niederlage gegen den Premier-League-Meister Arsenal. Der Österreicher, der nach einer transformativen Amtszeit geht, erklärte: „Ich kam als Fremder und werde als Südlondoner gehen.“
Eine transformative Amtszeit in Selhurst
Glasner übernahm Palace im Februar 2023 auf dem 14. Platz und ersetzte den entlassenen Patrick Vieira. Seine Wirkung war sofort spürbar: Eine Serie von elf ungeschlagenen Spielen führte die Eagles auf den zehnten Platz, was ihm einen neuen Vierjahresvertrag einbrachte. Diese Saison verlief jedoch turbulenter. Trotz eines vielversprechenden Starts – inklusive eines 4:0-Kantersiegs gegen Manchester United – brachten Verletzungen der Schlüsselspieler Eberechi Eze und Michael Olise den Schwung ins Stocken. Palace wurde Zwölfter, sieben Punkte über der Abstiegszone, aber Glasners Ruf bleibt intakt.
Die 1:2-Niederlage gegen Arsenal zeigte sowohl Fortschritt als auch Grenzen. Gabriel Jesus und Bukayo Saka trafen in einer dominanten ersten Halbzeit, ehe Odsonne Édouard verkürzte. Palaces xG von 1,2 gegenüber 2,1 von Arsenal zeigte das Bild einer Mannschaft, die mithielt, aber den letzten Schliff vermissen ließ. Glasners hoch pressendes 3-4-3-System erfordert spezifische Personalien; ohne Olise und Eze versiegte die Kreativität. Die Fähigkeit des Österreichers, junge Talente wie Jesurun Rak-Sakyi und David Ozoh zu fördern, hinterlässt jedoch ein bleibendes Erbe.
Was Glasners Abgang für Crystal Palace bedeutet
Glasners Abschied – im gegenseitigen Einvernehmen nach einem Treffen mit Klubchef Steve Parish – eröffnet einen entscheidenden Sommer für Palace. Der Klub muss einen Trainer finden, der seinen progressiven, ballbesitzorientierten Ansatz fortsetzen kann, während er Schlüsselspieler hält. Marc Guehi und Eberechi Eze ziehen Interesse von Tottenham und Manchester City auf sich, mit einer Gesamtbewertung von über 100 Millionen Pfund. Palaces Kaderplanung wird entscheidend sein; mögliche Nachfolger wie Kieran McKenna und Steve Cooper wurden bereits identifiziert.
- Stilkontinuität: Der nächste Trainer muss Palaces Identität als hoch pressendes, offensives Team bewahren. Diese aufzugeben, riskiert das Vertrauen der Fans, wie nach Vieiras Abgang zu sehen war.
- Transferstrategie: Mit Glasners Abgang könnte der Klub zu einem pragmatischeren Ansatz übergehen. Das Geld aus Spielerverkäufen wird in jüngere, vielversprechende Talente reinvestiert.
- Fan-Stimmung: Die Anhänger sind gespalten; einige danken Glasner für die Stabilität, andere sehen eine Verschlechterung nach Weihnachten. Die Trainerwahl wird die Stimmung im Sommer prägen.
Wie es für Glasner und Palace weitergeht
Glasner wird wahrscheinlich eine Auszeit nehmen, bevor er ins Trainergeschäft zurückkehrt. Sein Aktienkurs ist in Deutschland und England hoch, Vereine wie Borussia Dortmund und West Ham beobachten seine Verfügbarkeit. Für Palace beginnt die Trainersuche sofort. Der neue Chef übernimmt einen Kader mit Talent, aber auch großer Unsicherheit: Wilfried Zaha (31) wägt ein lukratives Angebot aus Saudi-Arabien ab, Kapitän Joel Ward geht in sein letztes Vertragsjahr. Der neue Trainer muss sofort liefern, die Vorbereitung beginnt am 1. Juli. Die Eagles haben eine schwierige Restprogramm gegen Chelsea, Aston Villa und Liverpool vor sich – der Schwung muss schnell zurückkommen, um nicht in den Abstiegskampf zu geraten.
Verwandte Artikel
Eingeordnet unter: Aktuelle Nachrichten | LA Premier League Home