Tottenham startet formelle Prüfung nach ACL-Verletzungsserie
Tottenham Hotspur hat eine interne Untersuchung zu den zahlreichen Kreuzbandrissen (ACL) bei Profis in dieser Saison eingeleitet. Die medizinische Abteilung und das Performance-Team des Klubs sollen prüfen, ob Trainingsbelastung, Platzverhältnisse oder Erholungsprotokolle zu der ungewöhnlichen Häufung schwerer Knieverletzungen beigetragen haben, die die Saison der Spurs beeinträchtigt hat.
Hintergrund: eine ungewöhnliche Verletzungshäufung
Bei Spurs mussten in dieser Spielzeit mehrere Stammkräfte, darunter Cristian Romero, James Maddison und Micky van de Ven, zu unterschiedlichen Zeitpunkten wegen Kreuzbandrissen pausieren. Eine solche Konzentration langfristiger Knieverletzungen bei einem Klub ist selten und hat den Vorstand veranlasst, eine umfassende Prüfung der sportwissenschaftlichen und medizinischen Praktiken anzuordnen.
Romero, ein Eckpfeiler von Ange Postecoglous Abwehr, zog sich seinen Kreuzbandriss im November 2024 zu und wird voraussichtlich erst Ende 2025 wieder einsatzbereit sein. Van de Vens ACL-Problematik im Februar 2025 kam just in dem Moment, als er wieder in Form kam. Die kumulierten Ausfälle haben Postecoglou gezwungen, in dieser Saison zwölf verschiedene Innenverteidiger-Paarungen aufzubieten, und haben seine Fähigkeit, sein hoch pressendes, offensives System umzusetzen, stark eingeschränkt.
Laut Verletzungsdaten der Premier League haben Tottenham pro Spieler 9,3 Tage Ausfallzeit aufgrund von Verletzungen zu verzeichnen – der zweitschlechteste Wert der Liga. Mit drei ACL-Verletzungen liegt der Klub doppelt so hoch wie der Ligadurchschnitt. Die Untersuchung wird auch die möglichen Auswirkungen des Umstiegs auf einen Hybridrasen im Tottenham Hotspur Stadium im letzten Sommer bewerten, eine Veränderung, die einige Spieler kritisiert haben, da sie die Gelenke stärker belaste.
Auswirkungen auf den Kader und Postecoglous System
Die Verletzungskrise hat Postecoglous favorisiertes 4-3-3-System direkt untergraben, das auf aggressive Außenverteidiger und Innenverteidiger setzt, die ins Mittelfeld vorrücken. Ohne Schlüsselverteidiger kassierte Spurs 1,63 Gegentore pro Spiel – im Vergleich zu 0,94 bei voller Besetzung. Der Trainer musste notdürftige Abwehrformationen aufbieten, was die Fähigkeit einschränkte, das Feld zu komprimieren und hoch zu pressen.
Die Ergebnisse der Untersuchung könnten zu deutlichen Änderungen im Trainingsbelastungsmanagement führen. Tottenham belegt in der Liga den fünften Platz bei der Laufdistanz mit hoher Intensität pro 90 Minuten – eine von Postecoglou geförderte Kennzahl. Die Verletzungsrate deutet jedoch auf ein Missverhältnis zwischen physischen Anforderungen und Erholungsphasen hin. Der Klub könnte einen individuelleren Ansatz verfolgen, ähnlich der Rotationsstrategie von Arsenal in dieser Saison, die trotz eines vollen Terminkalenders schwere Muskelverletzungen verhindert hat.
Für Fantasy-Premier-League-Manager ist die Situation kritisch. Romero (£5,1 Mio.) und Van de Ven (£4,8 Mio.) waren zu Saisonbeginn beliebte günstige Defensivpicks, doch ihre langfristigen Ausfälle haben die Besitzerquote drastisch sinken lassen. Destiny Udogie (£5,5 Mio.) fehlte ebenfalls sechs Wochen mit einer Oberschenkelverletzung, und Pedro Porro (£5,9 Mio.) kämpfte mit kleineren Problemen. Die restlichen Spiele von Tottenham umfassen Partien gegen Top-Sechs-Teams, was die Chancen auf Zu-Null-Spiele begrenzt. FPL-Manager sollten Spurs-Verteidiger meiden, bis die Empfehlungen der Untersuchung umgesetzt sind und sich die Verletzungssituation stabilisiert hat.
- Drei ACL-Verletzungen in einer Saison sind ungewöhnlich; Tottenhams letzter ACL-Fall war 2022 (Ben Davies).
- Postecoglous hochintensiver Stil könnte ein beitragender Faktor sein; Spurs' zurückgelegte Distanz pro Spiel liegt in den Top Vier.
- Der Wechsel zu Hybridrasen im Jahr 2023 wurde mit erhöhtem Verletzungsrisiko in Verbindung gebracht, obwohl kein endgültiger Zusammenhang nachgewiesen wurde.
Wie geht es nach der Untersuchung weiter?
Der Klub plant, eine Zusammenfassung der Ergebnisse vor der Saisonvorbereitung im Juli 2025 zu veröffentlichen. Je nach Ausgang könnte Tottenham das medizinische Team umstrukturieren, eine verpflichtende GPS-Überwachung für alle Trainingseinheiten einführen und in neue Kryotherapie- und Erholungsgeräte investieren. Sofortige Änderungen könnten ein reduziertes Trainingsvolumen während Spielwochen umfassen. Die Einsätze sind hoch: Ohne einen fitten Kader wird die Qualifikation für einen europäischen Wettbewerb 2025/26 schwierig, und Postecoglous langfristiges Projekt könnte durch wiederkehrende Verletzungen gefährdet werden.
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