Gallaghers Aufschwung unter De Zerbi: Vom Randspieler zum zentralen Mittelfeldmotor
Conor Gallaghers Start bei Tottenham Hotspur war ernüchternd, doch seit Roberto De Zerbi den vorherigen Trainer ablöste, blüht der Mittelfeldspieler auf. Die taktischen Anforderungen des Italieners haben Gallaghers beste Eigenschaften freigelegt und ihn zu einer zentralen Figur im Spurs-Push um die europäischen Plätze gemacht.
Hintergrund: Warum Gallagher anfangs strauchelte
Im Sommer für 40 Millionen Pfund vom FC Chelsea verpflichtet, tat sich Gallagher schwer, sich an das starre System des Vorgängers anzupassen. In einer defensiven Mittelfeldrolle mit Defensivaufgaben verpuffte seine Pressing-Intensität. In seinen ersten 15 Einsätzen gelangen ihm nur ein Tor und zwei Vorlagen bei einer Passquote von 78 % – unter seinem Chelsea-Durchschnitt von 82 %. Spurs gewannen nur sechs dieser Partien.
De Zerbi brachte eine Philosophie mit, die auf aggressivem Pressing, schnellen Umschaltbewegungen und positionsflexiblem Spiel basiert. Gallagher, bekannt für seine unermüdliche Energie und seine Läufe von Box zu Box, bekam plötzlich ein System, das seine Stärken maximierte. Die Veränderung zeigte sofort Wirkung: In fünf Ligaspielen unter De Zerbi erzielte Gallagher drei Tore und zwei Vorlagen bei einer Passgenauigkeit von 90 %. Spurs gewannen vier dieser Partien, das andere endete remis.
Taktikanalyse: Wie De Zerbi Gallaghers Spiel entfesselte
De Zerbi setzt Gallagher als shuttelnden Achter ein und befreit ihn von defensiven Aufgaben. Das Team presst in einer 4-2-3-1-Formation, wobei Gallagher die Aufgabe hat, die gegnerischen Außenverteidiger und Innenverteidiger unter Druck zu setzen. Seine Laufleistung (11,2 km pro Spiel, Spitzenwert bei Spurs) führt zu Ballgewinnen in der gegnerischen Hälfte. Gegen Brighton am vergangenen Wochenende leitete sein Pressing direkt zwei Tore ein.
In der Offensive hat Gallagher die Lizenz, in den Strafraum einzudringen. Seine durchschnittliche Position hat sich im Vergleich zur Zeit unter dem vorherigen Trainer um 15 Meter nach vorne verschoben. Er kommt nun auf durchschnittlich 3,2 Schüsse pro Spiel (vorher 1,1), 45 % davon aufs Tor. Seine Heatmap zeigt gefährliche Läufe in den Strafraum, die an seine beste Chelsea-Form unter Thomas Tuchel erinnern.
Auswirkungen: Was das für Tottenhams Saison bedeutet
Gallaghers Wiedererstarken hat die Kreativlücke im Mittelfeld von Spurs geschlossen. Da James Maddison noch einen Monat ausfällt, ist Gallagher zur primären Torgefahr aus dem Mittelfeld geworden. Seine Partnerschaft mit Yves Bissouma hat das Zentrum stabilisiert, und sein Pressing entlastet die Abwehrreihe. Spurs haben in den letzten drei Spielen zweimal zu null gespielt.
- Punkte pro Spiel mit Gallagher in der Startelf unter De Zerbi: 2,6 (zuvor 1,2)
- Torchancen pro 90 Minuten: 2,4 (mannschaftsinterner Bestwert bei Mittelfeldspielern)
- FPL-Besitzanteil von 4,2 % auf 18,7 % gestiegen – mit einem Preis von 5,9 Mio. Pfund ist er der drittmeist transferierte Mittelfeldspieler dieser Spielwoche.
Für den Verein könnte die Verwandlung 50 Millionen Pfund an eingesparten Transferausgaben bedeuten. Spurs wurden zuvor mit Eberechi Eze und Morgan Gibbs-White als möglichen Mittelfeldzielen in Verbindung gebracht – diese Pläne sind nun auf Eis gelegt. Gallaghers Vertrag läuft bis 2029, und diese Form dürfte ihm einen neuen, verbesserten Vertrag einbringen.
Ausblick: Kann er diese Form halten?
Tottenham steht eine schwierige Phase bevor: Arsenal (auswärts), Liverpool (heim) und Newcastle (auswärts) in den nächsten vier Spielen. Wenn Gallagher seine Leistung in diesen prestigeträchtigen Duellen bestätigt, wird er sich als einer der besten Mittelfeldspieler der Liga in dieser Saison etablieren. Die Daten deuten darauf hin, dass die Verbesserung auf taktischer Passgenauigkeit beruht und kein Strohfeuer ist – De Zerbi hat einen 50-Millionen-Euro-Spieler für 40 Millionen gehoben.
Verwandte Artikel
Eingeordnet unter: Taktikanalyse | LA Premier League Home