Das Pressing, das keines ist
Brentfords Pressing-Zahlen gehören zu den besten der Liga. Doch bei genauem Hinsehen entpuppt es sich als strukturelle Illusion. Das Pressing der Bees ist organisiertes Chaos, aufgebaut auf individueller Verzweiflung statt kollektivem Konzept. Es ist ein Kartenhaus.
Warum die Metriken lügen
PPDA (Pässe pro defensiver Aktion) ist die Standard-Metrik für Pressing-Intensität. Brentford liegt in den Top fünf. Doch die nackten Zahlen verschleiern die Wahrheit: Ihr Pressing ist reaktiv, nicht proaktiv. Sie jagen, statt zu stellen. Ein Vergleich mit Liverpools Pressing 2019/20: Liverpool zwang Gegner in vorhersehbare Zonen. Brentford rennt einfach.
Daten zeigen, dass 70 Prozent von Brentfords Defensivaktionen im Mittelfeld stattfinden, nicht im letzten Drittel. Das ist kein Pressing, das ist Hinterherjagen. Ein Pressing erzwingt Fehler in Tornähe. Brentfords Fehler passieren 40 Meter vor dem Tor – der Gegner hat Zeit, sich neu zu sortieren.
Das Formationsproblem
Brentfords 3-5-2-Formation ist die Wurzel des Übels. Wenn die Außenverteidiger aufrücken, entstehen riesige Lücken dahinter. Teams wie Arsenal und Manchester City nutzen diese Räume mit diagonalen Verlagerungen. Thomas Franks Lösung? Tiefer stehen. Das neutralisiert das Pressing jedoch vollständig.
- Aston Villa legte dies im Januar offen: Watkins und Bailey isolierten die Außenverteidiger und kreierten vier klare Chancen über die Flügel.
- Brighton unter De Zerbi: Sie umspielten Brentfords erste Pressinglinie mit kurzen Pässen zu den Außenverteidigern und attackierten dann die halbräume.
- Wolves im Molineux: Sie standen tief, lockten das Pressing an und schickten Neto in die gähnenden Lücken.
Das Gegenargument: Es funktioniert gegen Teams aus dem unteren Tabellendrittel
Einwände könnten lauten: 'Brentford hat Everton, Southampton und Sheffield United geschlagen. Ihr Pressing funktioniert.' Das stimmt – gegen Teams, die nicht passen können. Aber das Mittelfeld der Premier League wird besser. Nottingham Forest unter Nuno, Palace unter Glasner – alle pressen strukturierter. Brentfords Methode ist ein Relikt aus 2021.
Zudem ist die körperliche Belastung nicht nachhaltig. Brentfords Pressing-Intensität führt zu Muskelverletzungen. Hickey, Henry und Dasilva fielen aus. Ein System, das seine eigenen Spieler verletzt, ist fehlerhaft.
Das Urteil: Abstiegsgefahr
Bis Januar 2026 wird Brentford in den unteren drei Tabellenrängen stehen. Ihr Pressing wird von jedem Mittelfeld-Team entschlüsselt sein. Ohne eine taktische Überholung wird Thomas Frank vor Saisonende entlassen. Die strukturelle Lüge wird zusammenbrechen, und die Statistik wird endlich die Wahrheit sagen.
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